Digital Storytelling Kurzanleitung

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Geschichten erzählen unser Leben. Geschichten berühren uns.

Geschichten erzählen uns etwas über Andere. Geschichten sind gleichzeitig persönlich und universell.

Du willst kreative, multimediale Geschichten erzählen, du willst zeigen, wer du bist und was du kannst? Dann werde Regisseur deiner eigenen Story! Du und deine Geschichte stehen im Mittelpunkt unseres „Digital Storytelling“-Workshops.
Du gestaltest deine eigene Fotostory und verknüpfst deine Stimme mit eigenen und fremden Bildern. Dieser Mix an Medien und Fertigkeiten findet sich auch im Workshop wieder: Texten, Ton aufnehmen und bearbeiten, Bilder suchen und bearbeiten, Musikauswahl und Schnitt.
1) Welche Art von Geschichte möchtest du erzählen?
Eine Geschichte über…
 eine für dich wichtige Person.
 einen (Wende-)Punkt in deinem Leben
 einen Ort in deinem Leben
 etwas, was du machst
 eine Aufgabe, die du gemeistert hast
 etwas, das du gern/gelernt hast

2) Materialien und Erinnerungen sammeln!
Nutze, was du hast. Eigene Fotos wirken viel authentischer als fremde Bilder. Sammle alte Fotos oder Gegenstände, die für dich eine emotionale Bedeutung haben.

3) Schreib deine Geschichte auf!
Jetzt geht das Brainstorming los. Überlege dir deine Story im Kopf. Diskutiere die Geschichte mit deinen Freunden.

Entwirf einen Text, den du mit deiner eigenen Stimme aufnimmst.
Mach dir keine Sorgen… Wir glauben alle, dass die eigene Stimme komisch klingt.
Sei persönlich! Vergiss alles, was du über Erörterungen und Aufsätze gelernt hast. Deine Story musst du aus deiner Sichtweise erzählen!
Schreib drauf’ los! Lass es raus. Schreib zuerst die wichtigsten Punkte auf. Die Details kannst du nachher immer noch ändern.
Bring es auf den Punkt! Weniger ist mehr.
Lies den Text laut vor! Vermeide komplizierte Sprache.
Sei ehrlich! Um eine emotionale Tiefe zu erreichen, muss man über die eigene Komfortzone hinausgehen. Aber: Entscheide, was du mit wem teilen möchtest.

Schau dir den Spannungsbogen deiner Geschichte an!

Jede Geschichte hat einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende. Der Start soll Lust auf die Geschichte machen. Im Mittelteil werden die Konflikte beschrieben. Das Ende bietet eine Entdeckung oder eine Auflösung.

Gute Geschichten atmen. Achte auf den Rhythmus und das Tempo einer Geschichte.
Vertrau auf deine Stimme!
Lies den fertigen Text einem Freund vor. Er kann dir beim Feilen des Textes helfen.

4. Gestalte deine Story
Das Sammeln der Bilder benötigt oft viel Zeit. Organisiere noch fehlende Fotos (selbst fotografieren, Internet). Verwende dafür nur Bilder, die auch rechtlich in Ordnung gehen (siehe Links).
Denke daran, dass du Bilder im Querformat verwenden solltest. Möglichst hohe Auflösung (1024 Pixel Breite). Idealerweise speicherst du alle Bilder in einen Projektordner und triffst daraus dann eine Auswahl, die du in einen Auswahl-Ordner speicherst.

Bring Text und Bilder in eine Reihenfolge. Für maximal zwei Minuten solltest du nicht mehr als 15 Bilder verwenden (Anzeigedauer: 4 – 6 Sekunden).

5. Bereite deine Ausstattung vor. Das solltest du mitbringen!

• Kopfhörer
• Mikrofon (wie z.B. ZOOM!) oder Headset
• Audiosoftware (Audacity)
• Videoschnittsoftware (ProShow oder MovieMaker bzw. iMovie für Mac).
Deine Daten:
• Text (ausgedruckt)
• USB-Stick mit deinen vorbereiteten Fotos (bereits eingescannt).
• Musik (bereits ausgesucht & heruntergeladen)
6. Nimm deine Stimme auf!
Sprich so, dass man nicht merkt, dass du deine Geschichte vom Blatt liest. Stell dir vor, du erzählst die Geschichte einem Freund. Sprich nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam.
Eine Alternative ist die Interview-Methode: Lass dir von einem Freund Fragen stellen, die du beantwortest. Spontaner, dafür mehr Arbeit in der Nachbearbeitung.

Verwende die Software Audacity um den Ton zu bearbeiten. Lautstärke anpassen, „Lücken“ herausschneiden. Exportiere die Stimme als .wav oder .mp3-Datei.
7. Füge Musik hinzu

Der Soundtrack sollte zur Stimmung der Story passen. Musik ohne Gesang (klassische Musik, Ambient, Jazz) eignet sich am Besten.

Beachte das Copyright.
Oder frag einen talentierten Freund, ob du seine Musik verwenden darfst.

Du kannst in Audacity den Soundtrack bereits mit deiner Stimme „abmischen“. Vor und nach deinem Text solltest du Platz für einige Takte Musik lassen.
8. Bearbeite deine Story!

Deine Elemente (Bilder, Stimme, Musik) werden in einem Videoschnittprogramm hinzugefügt. Bring die Bilder und die Audio-Files in der „Timeline“ in eine Reihenfolge.

Im ersten Schritt achtest du vor allem auf das richtige Timing. Synchronisiere Bild und Stimme. Füge einen Titel und die Abspann am Anfang und bzw. am Ende deiner Geschichte hinzu.
Verwende nicht zu viele Farben, Schriften und Effekte!

Sei auch mit Überblendungen und Zooming-Effekten vorsichtig. Weniger ist oft mehr.
Am Ende füge noch die Hintergrundmusik (sehr leise) hinzu.

Und… Deine Projektdatei immer wieder abspeichern. Den fertigen Clip als Videofile (MP4, MPG) exportieren.
Fotos
Folgende Bilderdatenbanken stellen dir rechtlich weiterverwendbare Fotos zur Verfügung.
• flickrcc.bluemountains.net
• http://www.compfight.com

Du solltest deine Bildquellen am Ende deiner Story anführen. Für jedes Foto: www.flickr.com/photos/43419254@N06/4408154571
Musik
Nutze freie Musik, die du hier findest. Führe die Interpreten im Abspann an:
• http://www.jamendo.com
• http://www.freemusicarchive.org

Links:

Weitere Tipps und Infos: www.reflect.at – Medienwerkstatt REFLECT AND ACT!