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Bild und Text Warnhinweise auf Zigarettenschachteln

Seit 20. Mai 2016 müssen in der gesamten EU auf jeder Zigarettenpackung gesundheitsbezogene Warnhinweise in Bild und Text gedruckt sein.

Seit 20. Mai 2016 müssen – nach zweijähriger Übergangsfrist – in der gesamten EU auf jeder Zigarettenpackung gesundheitsbezogene Warnhinweise in Bild und Text gedruckt sein. Sie müssen 65 Prozent der Gesamtfläche bedecken. Der Rest ist frei gestaltbar. Diese Regelung wird weltweit bereits in 77 Staaten umgesetzt, davon 11 in Europa. Belgien macht das bereits seit 2006 und war damit europaweit Vorreiter.

Die SUPRO – Werkstatt für Suchtprophylaxe und die österreichische ARGE Suchtvorbeugung vertreten zu Bild-Text-Warnhinweisen eine differenzierte Sicht. Bild-Text-Warnhinweise erreichen am ehesten Rauchende mit einer Motivation zum Rauchstopp und bewahren Ex-Rauchende vor einem Rückfall. Es kann hingegen nicht die Wirkung erwartet werden, dass sie den Raucheinstieg von Nichtrauchenden verhindern oder Verhaltensveränderung von Rauchenden ohne Motivation zum Rauchstopp auslösen.

Abschreckende Bilder umstritten

Abschreckung ist in ihrer Wirkung sehr umstritten. „Furchtappelle können zum „Wegschalten“ der negativen Botschaft führen – schlicht, weil die Botschaft so negativ ist, dass der/die Betroffene sie nicht aushält. Es kann sein, dass Information nicht mehr aufgenommen wird. Aus suchtpräventiver Sicht sind abschreckende Bilder also nicht notwendigerweise zielführend“, klärt Mag. Andreas Prenn, Leiter der SUPRO – Werkstatt für Suchtprophylaxe, auf. Besser wären positive Bilder, die die Vorteile eines rauchfreien Lebens aufzeigen. Die jetzigen abschreckenden Bilder und Botschaften sollten ein Übergang sein zu standardisierten, neutralen Verpackungen, die sich an jenen von Arzneimitteln orientieren. Das ist auch das Motto des Weltnichtrauchertags 2016 „Get ready for plain packaging“. So planen Großbritannien und Frankreich ab Mai 2016 standardisierte Verpackungen ohne frei gestaltbare Werbefläche. Auch Irland, Neuseeland, Türkei und Finnland planen bereits standardisierte Verpackungen. Australien führte sie bereits 2012 ein. Die neue Regelung in der EU schließt bisher nur Zigarettenverpackungen und Tabak zum Selbstdrehen ein. Ziel sollte langfristig sein, dass diese Regelung für alle Arten von Tabakprodukten einheitlich gilt.

Verpackung kann Rauchstopp unterstützen

Eine großangelegte Studie kam zu dem Ergebnis, dass Text-Warnhinweise weniger Wirkung zeigen, als Bild-Text-Warnhinweise. Sie können das Wissen über Gesundheitsgefahren erhöhen und Entwöhnung bewerben. „Besonders der Aspekt der Entwöhnung ist hier spannend, haben doch etwa zwei Drittel der RaucherInnen schon mal mit dem Gedanken gespielt aufzuhören und jede/r Dritte versucht jährlich den eigenen Konsum zu verändern. Aus suchtpräventiver Sicht ist es also gut, wenn die Verpackungen konkrete Ansprechstellen zur Entwöhnung kommunizieren“, erklärt Prenn. Wenn in der Bevölkerung weniger Menschen rauchen, ändert sich die soziale Norm. Wodurch langfristig weniger Menschen mit dem Rauchen beginnen.