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Mit Tabakprävention ein klares Zeichen setzen!

Immer mehr Lehrbetriebe unterstützen ihre Lehrlinge dabei ein gesundes Leben zu führen.

Was das Rauchen angeht, sind österreichische Jugendliche Spitzenreiter: In keinem anderen OECD-Staat rauchen so viele Jugendliche wie in Österreich. Mit 15 Jahren greifen schon rund 20 Prozent täglich zur Zigarette, weitere acht Prozent rauchen wöchentlich. In der Jugend wird so der Grundstein für eine Abhängigkeit vom Nikotin einerseits und andererseits für gravierende Gesundheitsschäden gelegt.

Spezielle Programme
Die Nikotinprävention steht vor ganz eigenen Herausforderungen. Während Erwachsene häufig auf Grund von körperlichen Auswirkungen aufhören wollen zu rauchen, spielen diese Faktoren für Jugendliche nur eine untergeordnete Rolle. Folgen des Rauchens, die erst in zehn oder zwanzig Jahren eintreten, sind für junge Menschen zu wenig greifbar. Um nachhaltig wirken zu können, müssen Nikotinprävention und Reduktions- bzw. Entwöhnungsprogramme speziell auf Jugendliche zugeschnitten sein. Da nach dem 18. Lebensjahr nur noch wenige Menschen mit dem Rauchen beginnen, ist es außerdem wichtig, diese Maßnahmen schon früh zu setzen. Ein wichtiger Zugang sind dabei die Schulen und die Lehrbetriebe. Mittlerweile ist es immer mehr Vorarlberger Betrieben ein Anliegen ihre Lehrlinge nicht „nur“ im Beruf auszubilden, sondern sie zu unterstützen langfristig gesund zu bleiben. Die SUPRO – Werkstatt für Suchtprophylaxe konnte in den vergangenen Jahren wichtige Partnerschaften aufbauen, unter anderem mit den Vorarlberger Sparkassen. Neben jährlichen Workshops zu SUPRO-Kernthemen wie Sucht, Alkohol, Nikotin oder Medien, fand für die Lehrlinge aus ganz Vorarlberg auch schon ein Mitmachparcours zum Thema „Nichtrauchen“ und eine anschließende Reflexions- und Diskussionsstunde mit ExpertInnen der SUPRO statt. Für die Lehrlingsverantwortliche der Sparkasse, Christine Hager-Wohlmuth, stehen Aufklärung und Information im Vordergrund: „Informiert man Jugendliche ausführlich, lässt ihnen aber ihre Entscheidungsfreiheit, erreicht man sie mehr als mit Verboten.“ Das ist auch der Ansatz der SUPRO, denn mit erhobenem Zeigefinger und Zwang erreicht man bei den jungen Menschen gar nichts.

Das Projekt Niko-Teen
Um Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren zu informieren, zu sensibilisieren und zu motivieren ihr eigenes Konsumverhalten zu überdenken hat die SUPRO das 3-Stufen Tabakpräventionsprogramm „Niko-Teen“ entwickelt. Der Einstieg ist ein Mitmachparcours, bei dem viele Informationen und Hintergrundwissen auf interaktive und abwechslungsreiche Weise präsentiert werden. Der zweite Baustein ist ein mehrstündiger Reflexionsworkshop mit ExpertInnen der SUPRO. Die letzte, optionale Stufe ist der Gruppenkurs „Free Your Mind“ für bereits rauchende Jugendliche. „Primäres Ziel des Gruppenkurses ist nicht ein Rauchstopp, sondern eine Veränderung des Rauchverhaltens. Die Jugendlichen definieren selbst ein persönliches Ziel. Der Gruppenkurs gibt Motivation, ist Entscheidungshilfe und bietet Rückhalt beim Versuch, das gesteckte Ziel zu erreichen. Sei es ein kompletter Rauchstopp oder eben eine Reduktion des Tabakkonsums“, so Psychologe Mag. Martin Onder von der SUPRO. Dieses aufeinander abgestimmte, nachhaltige Maßnahmenpaket wird für alle Lehrbetriebe, Schulen ab der 7. Schulstufe, die Offene Jugendarbeit und Jugendbeschäftigungsprojekte seit Anfang 2014 angeboten und wird von der Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK) mitfinanziert.