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Mythen rundum den Alkohol

Viele Fehlannahmen zum Thema Alkohol halten sich hartnäckig, hier im Überblick.

Alkohol hält warm

Diese Aussage stimmt so nicht. Alkohol erweitert die Blutgefäße, was zu einem angenehmen Gefühl von Wärme führen kann. Doch durch die Erweiterung der Gefäße fließt das warme Blut verstärkt in Arme und Beine, wo die Wärme an die Umgebung abgegeben wird. Somit sinkt die Körpertemperatur sogar, während man sich mollig warm fühlt. Wer glaubt, sich im Winter mit Alkohol warm halten zu können, liegt also weit daneben.

 

Alkohol fördert die Verdauung

Wer kennt das nicht: Nach einer Käsknöpfle-Partie greifen alle zum Schnäpsle. Doch bringt’s das? Nein. Genau das Gegenteil ist der Fall. Der Alkohol schwächt zwar das Völlegefühl, da er betäubend wirkt. Die Verdauung wird jedoch gestoppt, da der Körper sich erst mal mit dem Alkohol ‚beschäftigen’ muss.

 

Kaffee macht nüchtern

Nach ein paar Drinks, schnell einen Kaffee trinken und alles ist wieder gut? Leider nein. Man fühlt sich vielleicht erfrischt durch das Koffein, die Leber arbeitet deshalb aber nicht schneller, d.h. egal ob mit oder ohne Kaffee, der Alkohol wird immer gleich schnell abgebaut.

 

Durch fettiges Essen verträgt man mehr Alkohol

Fettes und reichhaltiges Essen verzögert zwar die Aufnahme des Alkohols ins Blut, doch er kommt doch dort an. Wer vor dem Trinken viel isst, erreicht also nur, dass die Promille langsamer steigen. Vor dem Genuss von Alkohol etwas zu essen ist sicher eine gute Idee, man sollte sich aber nicht auf die ‚gute Unterlage’ verlassen, wenn es ums Autofahren geht!

 

Wer verträgt mehr: Männer oder Frauen?

Das ist tatsächlich so – weil Frauenkörper aus mehr Fett und weniger Körperflüssigkeit bestehen als Männerkörper. Alkohol löst sich in Wasser jedoch besser als in Fett. Trinken Frauen die gleiche Menge wie Männer, bleibt ihr Alkoholspiegel im Blut höher. Hinzu kommt, dass der Stoffwechsel von Frauen Alkohol schlechter verarbeitet. Frauen sollten daher nicht mehr als zehn bis zwölf Gramm reinen Alkohol pro Tag trinken, empfiehlt das Robert-Koch-Institut. Das entspricht einem 0,3 l-Glas Bier.

 

 

Macht Strohhalm trinken schneller betrunken?

Bei Getränken mit niedrigem Alkoholgehalt spielt es keine Rolle, ob man sie mit oder ohne Strohhalm trinkt. Bei hochprozentigem Alkohol könnte das anders aussehen. Da die Mundschleimhaut beim Strohhalmtrinken länger mit dem Alkohol in Berührung ist, kann es sein, dass die Wirkung verstärkt wird. Das ist jedoch nicht wissenschaftlich bewiesen.

 

Kinder und Betrunkene sagen die Wahrheit

Alkohol kann dazu führen, dass man Hemmungen und die Kontrolle über das, was man sagt verliert und Dinge sagt, die man sonst nicht preisgeben würde. Kinder haben auch weniger Hemmungen, da sind sie Betrunkenen ähnlich. Nur ob tatsächlich die Wahrheit gesagt wird, ist zweifelhaft. Oft wird auch einfach Unsinn geredet.

 

Durcheinander trinken macht schneller betrunken

Das ist ein alter Irrglaube. Beim Konsum von Alkohol kommt es auf die Menge an, nicht auf die Reihenfolge. Das Problem: Werden neben Bier oder Wein auch süße Liköre, Cocktails und kohlensäurehaltige Getränke wie Sekt oder Cola mit Rum konsumiert, schießen diese schnell ins Blut und fördern die Schwipsgefahr.

 

Alkohol macht bei Hitze schneller betrunken

 Richtig. Die Körperzellen enthalten bei Hitze weniger Flüssigkeit, somit kann der Alkohol stärker wirken.

 

Vitamin C hilft gegen den Kater

Jein. Den Alkoholabbau kann man nicht beschleunigen - aber die Symptome lindern. Am besten helfen vorbeugende Maßnahmen: Zwischen den Drinks sollte man genügend Wasser trinken, denn Alkohol entzieht dem Körper Wasser. Auch Nährstoffe gehen verloren, also hilft salziges oder nährstoffreiches Essen, den Kater zu lindern. Und schließlich ist auch Aspirin gegen den Brummschädel wirksam.

 

Mit Bewegung kann man Alkohol ausschwitzen

Das stimmt nicht. Alkohol kann man nicht ausschwitzen. Der Abbau des Alkohols passiert zu 95% in der Leber und die hat’s nicht eilig: Pro Stunde werden ca. 0,1 bis 0,2 Promille abgebaut. Drei bis vier Prozent werden ausgeatmet, daher die Fahne. Die maximal zwei Prozent Alkohol, die über die Haut abgegeben werden spielen in der Praxis keine Rolle.

 

Alkohol ist gut für den Schlaf

 Das ist falsch. Alkohol dämpft und betäubt. Daher schläft man zwar unter Alkoholeinfluss leichter ein, aber die Schlafqualität ist schlecht. Am nächsten Morgen ist man weniger erholt. Die Störung des gesunden Schlafes ist auch an der Entstehung der Kater-Symptome beteiligt.

 

Ein bisschen Schlaf, dann geht's schon wieder

Das ist ein gefährlicher Irrtum. Man fühlt sich vielleicht fitter als zuvor, aber auch im Schlaf werden nur 0,1 – 0,2 Promille abgebaut. Bis man 1 Promille los ist, dauert es ca. 10 Stunden und Restalkohol ist genauso gefährlich wie ein frischer Rausch.

 

Wer getrunken hat, schnarcht

Das stimmt. Alkohol entspannt in der Tat die Muskeln im Gaumenbereich. Deshalb beginnen viele Menschen in der Nacht zu schnarchen, wenn sie am Abend zu viel Alkohol getrunken haben.