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Abhängigkeit von Nikotin

Der Unterschied zwischen körperlicher und psychischer Abhängigkeit.

Jeder Zug an einer Zigarette führt dem Hirn eine kleine Dosis Nikotin zu. Durch das Inhalieren des Rauchs erhalten die RaucherInnen mit jedem Zug einen „Kick“. Es gibt keine andere Droge, die derart häufig zu einem Gefühl der Belohnung führt. Das Rauchen führt zu einer starken Abhängigkeit, die in ihren Mechanismen mit jener vergleichbar ist, die zum Beispiel von Alkohol oder Heroin verursacht wird.

Die körperliche und die psychische Abhängigkeit sind jedoch keine Phänomene, die unabhängig voneinander auftreten. So lässt sich etwa nicht sagen, ob der Genuss, den ein/e RaucherIn bei einer Zigarette empfindet nun dadurch verursacht wird, dass Entzugserscheinungen beseitigt werden oder dass die Zigarette „gut schmeckt“.

 

Körperliche Abhängigkeit

Nikotin ist eine Substanz mit sehr schneller Wirkung. Über die Lungenbläschen und die Mundschleimhaut gelangt das Nikotin in den Blutkreislauf und wird nach dem Inhalieren in weniger als 10 Sekunden zum Hirn geführt. Im Belohnungssystem des Gehirns imitiert es körpereigene Botenstoffe und erzeugt so eine positive Erregung. Wenn die Zigarette zu Ende geraucht ist, nimmt der Nikotingehalt im Blut in weniger als einer halben Stunde um die Hälfte ab und in weniger als einer Stunde um drei Viertel. Bei einem Rauchstopp kann es in weniger als 24 Stunden zu Entzugserscheinungen kommen, die ihren Höhepunkt nach 24 bis 48 Stunden erreichen und innerhalb von zwei bis vier Wochen langsam abflauen.


Psychische Abhängigkeit

Die Zigarette kann im Leben des Rauchers bzw. der Raucherin eine breite Palette an Funktionen übernehmen. Als Mittel gegen Stress, Angst, Hunger, Schmerz oder Langeweile, zur Beruhigung, Konzentrationssteigerung, Belohnung oder der Kontaktaufnahme mit dem anderen Geschlecht etc. Im Laufe der Zeit können entsprechende Situationen dann immer schlechter ohne den Griff zur Zigarette bewältigt werden. Hinzu kommt der Prozess der „Konditionierung“ durch die häufige Koppelung des Rauchens mit bestimmten Situationen. RaucherInnen dressieren sich quasi selbst dazu in der Pause, beim Kaffee, im Auto, nach dem Essen usw. zur Zigarette zu greifen. Schließlich bauen RaucherInnen auch ein Konsumritual um ihr Verhalten auf: Sie haben ihre Zigarettenmarke, ihre Art, die Zigarette zwischen den Fingern zu halten, ihre Art sie anzuzünden usw. Das Päckchen Zigaretten kann zu etwas werden, das man unbedingt dabei haben muss, das man aus der Tasche zieht, sobald man im Restaurant oder im Freundeskreis ankommt.

 
Was heißt Abhängigkeit?

Damit man von Tabakabhängigkeit sprechen kann, müssen drei von sechs unten stehenden Kriterien in den letzten 12 Monaten aufgetreten sein:

  • Starker Wunsch oder Drang, Tabak zu konsumieren.
  • Körperliche Entzugserscheinungen bei Verminderung oder Beendigung des Konsums – oder (gesteigerter) Konsum, um Entzugssymptome zu mildern.
  • Weitere Steigerung der Rauchmenge (höhere Zigarettenanzahl öfter ziehen, tiefer inhalieren), um eine Wirkung zu erzielen.
  • Nicht mehr kontrollieren können, wann oder wie oft ich rauche, bzw. nicht mehr aufhören können.
  • Vernachlässigung anderer Aktivitäten und Interessen (Freizeitbeschäftigungen, gemeinsame Aktivitäten mit FreundInnen oder Familie) zugunsten des Tabakkonsums.
  • Weiterrauchen trotz des Nachweises eindeutiger schädlicher Folgen.

Hier geht es zum Fagerström-Test.