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Nikotinprävention in der Lehre / Schule

Um die Anzahl an jugendlichen Raucher*innen langfristig zu senken, sollten sowohl Schule als auch Arbeitgebende das Nichtrauchen unterstützen und fördern.

Rauchfreie Lehrlinge

Unternehmen können das Nichtrauchen ihrer Angestellten unterstützen und fördern. Attraktive Belohnungen fürs Nichtrauchen wirken dabei in der Regel besser als Strafen fürs Rauchen. Die Stadt Feldkirch belohnt ihre Lehrlinge schon seit über 15 Jahren mit einem finanziellen Bonus fürs Nichtrauchen. Um diese Prämie zu erhalten, ist eine bindende Zusage des Lehrlings zu Beginn eines jeden Lehrhalbjahres Voraussetzung. Dann wird jährlich eine Prämie von 150 Euro gutgeschrieben, die zum Ende der Lehrzeit ausbezahlt wird. Wird der/die Auszubildende in der Lehrzeit Raucher*in, entfällt die Prämie zur Gänze. „Für uns hat sich die Sache schon gelohnt, wenn wir einen Lehrling davon abhalten können, mit dem Rauchen anzufangen“, räumt Lehrlingskoordinator Wolfgang Maier ein.

Einen anderen Ansatz hat die Firma Getzner Textil in Bludenz. Seit über zehn Jahren hat sie ein generelles Rauchverbot für Lehrlinge eingeführt. Der Lehrlingsverantwortlichen Perrine Getzner zufolge, hat sich das Rauchverbot bewährt, denn „jede/r Einzelne weiß schon vor der Einstellung über diesen Beschluss Bescheid und bisher gab es damit keinerlei Probleme.“ Doch das Unternehmen verbietet nicht nur, es fördert auch. Wenn die Auszubildenden auch in der Freizeit abstinent bleiben, bekommen sie monatlich 25 Euro gutgeschrieben. Auf diese Weise können die Lehrlinge bis zu 1.000 Euro ansparen, die sie dann in den Führerschein investieren können. Basis dieser Vereinbarung ist Vertrauen. „Wir setzen auf Ehrlichkeit. Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen, dass das funktionieren kann. In den letzten fünf Jahren gab es höchstens zwei, die umgefallen sind. Die waren dann aber auch so ehrlich, es zuzugeben“, führt Perrine Getzner weiter aus.

Nichtraucher*innen zu stärken, ist der wichtigste Ansatz. Genauso wichtig ist es auch, Raucher*innen dabei zu unterstützen, rauchfrei zu werden.

Rauchfreie Schule

Auch die Schule ist gefordert, im Rahmen der Gesundheitsbildung Nichtrauchen zur Norm zu machen und die rauchfreie Schule zu fördern. „Studien haben gezeigt, dass der rauchfreien Schule eine besondere und nachhaltige Bedeutung zukommt. Schulen, an denen komplett auf das Rauchen verzichtet wurde, verzeichneten niedrigere Konsument*innenzahlen“, zeigt der SUPRO-Stellenleiter und ehemalige Lehrer Mag. Andreas Prenn auf.

In Österreich gilt laut Tabakgesetz ein ausnahmsloses Rauchverbot in allen Räumen, in denen Unterrichts- und Fortbildungsveranstaltungen oder sportliche Aktivitäten stattfinden. Dieses Verbot gilt für Schüler*innen, Lehrer*innen und alle Personen, die sich im Schulgebäude aufhalten. Über die Schulordnung gilt für Schüler*innen ein prinzipielles Rauchverbot auf dem gesamten Areal der Schule. Schulen, die keine allgemein bildenden Pflichtschulen sind, können über den Schulgemeinschaftsausschuss das Rauchen im Außenbereich ab 18 Jahren erlauben.

Doch um eine rauchfreie Schule zu fördern, darf es keine Raucher*innenplätze an Schulen geben. Dort halten sich oft die sozial anerkannten Schüler*innen auf, die als Vorbilder fungieren und für die Jüngeren gut sichtbar sind. Natürlich können auch Lehrpersonen in dieser Hinsicht als Vorbilder fungieren. „Durch die rauchfreie Schule wird Nichtrauchen als Normalzustand noch stärker in den Köpfen verankert. Doch so ein Verbot muss ohne Ausnahmen gelten, das heißt auch für Lehrer*innen, nicht unterrichtendes Personal und Besucher*innen, ansonsten ist es wirkungslos“, erklärt Mag. Martin Onder von der SUPRO.

Natürlich werden Raucher*innen, seien es Erwachsene oder Jugendliche, versuchen, dieses Verbot zu umgehen und außerhalb des Schulgeländes rauchen. Doch damit ist auch ein wichtiges Ziel erfüllt: „Wenn Raucher*innen sich die Mühe machen müssen, das Schulgelände zu verlassen, wird weniger geraucht. Auch Gelegenheitsraucher*innen werden weniger konsumieren. Ein toller Nebeneffekt ist, dass rauchende Personen so aus der Wahrnehmung der Schüler*innen verschwinden“, führt Mag. Prenn aus. Verbote alleine reichen jedoch nicht aus, um mit der Problematik umzugehen. Schon früh präventive Maßnahmen zu setzen, ist wichtig.

Professionelle Unterstützung

Die SUPRO bietet mit „klartext“, „plus“ und „Niko-Teen“ verschiedene Programme, um Tabakprävention aktiv in der Schule oder im Lehrbetrieb anzugehen. 

Elena Kielwein, MA und Christian Rettenberger, MSc beraten Sie gerne.