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Spielen ist wie Doping

„Ich bemerkte plötzlich, dass das Spielen etwas auslöst, das ähnlich dem Dopinggefühl war“, berichtet der Ex-Spielsüchtige Frank.

Der Spieltrieb ist uns Menschen angeboren – darauf fußt die Idee des homo ludens – des spielenden Menschen. Nach dieser Auffassung ist der Mensch seinem Wesen nach ein Lebewesen, welches sich vom ersten Tag seiner Geburt an in spielerischer Weise die Welt erschließt, diese Welt aber auch manipuliert und nach seinen Vorstellungen gestaltet. Im Wesentlichen diente das Spielen dem Lernen. Damit dieses Lernen sichergestellt werden konnte, wurde es an ein Belohnungssystem gekoppelt, welches uns Menschen mit der Ausschüttung von Endorphinen erfreut.

„Ich bemerkte plötzlich, dass das Spielen etwas auslöst, das ähnlich dem Dopinggefühl war“, berichtet der Ex-Spielsüchtige Frank. Der ehemalige Spitzensportler hat ein Buch mit dem Titel „Chaos in mir“ verfasst, in dem er seine dramatische Lebensgeschichte beschreibt. Er wollte den Kick, den das Spielen bei ihm ausgelöst hatte, immer und immer wieder verspüren. „Man will dieses Gefühl oder den Flow immer erhalten, aber umso schwieriger ist es, aus dieser Spirale auszubrechen.“
Über den Suchtmechanismus ist bekannt, dass der Botenstoff Dopamin eine zentrale Rolle einnimmt.

Glückshormon
Das auch als Glückshormon bezeichnete Dopamin aus dem Zwischenhirn wird etwa bei Gewinnen am Automaten vermehrt ausgeschüttet und regt das Belohnungssystem an. Im Laufe der Zeit reicht allein die Erwartung des Gewinns aus, um es zu aktivieren.
Das Gefühl ist so gut, dass man es wieder und wieder erleben möchte.
Gleichzeitig brennen sich dem Gehirn die Begleitreize ein: Das Klingeln der Automaten, der Geruch im Kasino, das grelle Licht – das alles kann plötzlich Glücksgefühle auslösen, weil der Körper in dieser Umgebung zuvor eine angenehme Erfahrung gemacht hat. Besonders perfide: Manche Kasinos leiten die Automatengeräusche bis auf die Straße, um SpielerInnen anzulocken. Zudem führen neuronale Veränderungen dazu, dass die Ausschüttung von Dopamin bei anderen Aktivitäten nicht mehr ausreicht. Irgendwann macht nur noch Spielen glücklich.